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Unsere Zeit ist Jetzt – Gegenwärtigkeit erfahren (4/4)

Unsere Zeit ist JETZT 

Über nICHt Sein und Licht Sein

Statt unser Bewusstsein über die Ebene  der Kognitionen zu erheben und zu transzendieren, sinken wir oft unter sie herab, indem wir unsere belastende gedankliche Aktivität durch schädliche Mittel reduzieren – wie bspw. den Konsum von Alkohol oder anderen Drogen. Kurzfristig entsteht so durch die gedankliche Entleerung ein Gefühl von Erleichterung – jedoch nur bis der Verstand seine Arbeit wieder aufnimmt und seine tückischen Aktivitäten fortsetzt.

Unser Ego ist dominant, fordert seine Existenzberechtigung und lässt sich seinen Rang nicht ohne Gegenwehr streitig machen. In Anbetracht der sehr begrenzten zeitlichen Wirkdauer und grundsätzlichen Wirksamkeit dieser Maßnahmen, stellt sich die Frage, wieso wir dennoch so oft auf sie zurückgreifen und beträchtliche und schädliche Nebenwirkungen in Kauf nehmen. Wir wissen uns oft nicht besser zu behelfen. Die sinnvollere Alternative zum Absturz unter die kognitive Ebene, wäre der erhabene Aufstieg über sie.

Wir sind der Kontrolle durch unseren Verstandes nicht ausgeliefert und müssen uns ihm nicht unterwerfen. Wir verfügen über das Potenzial die Steuerung über ihn zu  übernehmen und können ihm aktiv und bewusst Auszeiten verordnen. Die Pause unseres Verstandes ermöglicht uns eine Verbindung mit dem Zustand des Seins herzustellen. Auch wenn wir tatsächlich erlebte Lebensereignisse zum Gegenstand gedanklicher Betrachtung erheben, sind diese augenblicklich nicht wirklich existent. Wir hauchen ihnen durch unsere mentale Betrachtung Leben ein, welches wir unserer Gegenwärtigkeit entziehen. Ziemlich hohe Kosten, die dieses Vorgehen verursacht, denn Kognitionen übersetzen sich in Emotionen, welche sich psychophysisch auswirken können. Denken wir schlecht(es über uns), fühlen wir uns in Konsequenz auch miserabel.

Präsentes GewahrSein ist die Alternative, die nicht nur den Umgang mit uns selbst, sondern auch unseren Umgang mit anderen Menschen positiv verändern kann: lösen wir uns vom Erdachten und wenden uns der wertfreien Wahrnehmung, dessen was ist, zu  – ungeachtet dessen, was wir darüber denken (wie es sein sollte). Über den Moment hinaus sind wir nicht(s). Wir denken lediglich jemand oder etwas zu sein, doch nichts von all dem, was wir denken zu sein, sind wir tatsächlich. Sobald wir denken etwas zu sein, sind wir nicht mehr – präsent, sondern abstrahieren unser Sein. Wir sind bereits das Leben und müssen es nicht erst erschaffen, indem wir ihm gedanklich Ausdruck verleihen. Dadurch distanzieren wir uns von ihm bzw. seiner wahren Essenz.

Verschiedene Methoden eignen sich, um mehr Gegenwärtigkeit zu erfahren. Wir erleben oft die Lenkung unserer Aufmerksamkeit auf körperliche Sensationen hilfreich. In vielen Entspannungsverfahren wird diese Methode eingesetzt.  In der Meditationspraxis wird der Atem als Anker verwendet, um in der Gegenwärtigkeit zu verbleiben. Unser Körper ist im Gegensatz zu unserem Geist beständig gegenwärtig, so dass er uns eine gute Unterstützung sein kann. Wir vernachlässigen unseren Körper leider oft und ordnen ihn unserem Geist unter.

Natürliche Phänomene können ebenfalls einen Beitrag dazu leisten unseren Geist zu besänftigen. Das ist der Grund dafür, weshalb viele Menschen sich in der Natur oft wohlfühlen und sich in ihrer Umgebung beruhigen und mit dem Sein näher verbunden fühlen. Sie ist – ohne zu denken und zu werten. Sie spiegelt uns als Vorbild das pure Sein, ohne Irritationen durch geistige Zerstreuung. Sie lädt uns ein zu Verweilen  – es ihr zumindest gelegentlich gleich zu tun.